AUSZ-DAUER

 

AUSZ-Dauer – Duisburg, Glottertal und 38 Jahre Pause

An schönen Bandnamen herrscht in den frühen 1970er-Jahren in Duisburg kein Mangel. Aus den Vorgängergruppen T. Erpentin und Oxymoron heraus, die wiederum auf Vorgängergruppen wie Love Minus Zero, Noctis und Kiste II Wildschwein basieren, bildet sich Anfang 1973 die erste AUSZ-Formation, ein Sextett.

AUSZ 1: Tom Altrogge (Violine/Gitarre), Kalle Burandt (Bass), Peter Dietz (Gitarre), Carl „Motte“ Korte (Tasteninstrumente), Lucky Ruhnau (Schlagzeug), Frank Socha (Gesang/Querflöte).

AUSZ 2: Ohne Korte zum Quintett geschrumpft, findet die Bühnenpremiere am 22. Mai 1973 im Duisburger Laden statt. Bei einem Benefizkonzert für das Duisburger Jugendzentrum Eschhaus am 26. Januar 1974 spielt die Fünfer-Besetzung zum letzten Mal öffentlich.

Zwischenspiel: Nur für ein einziges Konzert, einen Auftritt vor dem Duisburger Stadttheater am 20. August 1973, zeigt sich die Band vorübergehend als Quartett in dieser Besetzung: Tom Altrogge (Violine/Gitarre), Kalle Burandt (Bass),  A.S.H. Pelikan (Gitarre), Lucky Ruhnau (Schlagzeug).

AUSZ 3: Das neue AUSZ-Quartett ab dem Frühjahr 1974 besteht aus Tom Altrogge (Violine), Kalle Burandt (Bass), Peter Dietz (Gitarre), Lucky Ruhnau (Schlagzeug). Der erste Gig führt die Band am 26. Mai 1974 nach Essen, zum letzten Mal steht diese Besetzung am 24. Juli 1974 in Rheinhausen auf der Bühne.

Zwischenspiel: Für ein Open Air-Konzert im Duisburger Süden am 14. Juli 1974 verstärkt sich das Quartett mit dem Gitarristen Frank Steinfort und dem Perkussionisten und Elektroniker John L., der zuvor an dem Album „Schwingungen“ der Berliner Band Ash Ra Tempel mitgewirkt hat.

AUSZ 4: 1975 findet die Kernformation des AUSZ-Ensembles zusammen. Saxophonist Martin Urrigshardt ist der neue vierte Mann an der Seite von Burandt, Dietz und Ruhnau. Die Marke „Freerock & Kaputtmusik“ entsteht. Die Auftritte der Band wie „Ein Abend mit AUSZ“ am 23. Juni 1977 im Duisburger Studio M der Mercatorhalle zeugen von einer Entwicklung hin zur Performance, zum Musiktheater. Am 11. September 1977 spielt diese Kernformation von AUSZ ein letztes Mal öffentlich bei einer Anti-AKW-Veranstaltung in Duisburg an der Seite der Duisburger Band Glatter Wahnsinn und des Kölner Straßenmusikers und Liedermachers Klaus der Geiger. Anfang 1978 endet dieses Kapitel der Gruppe AUSZ.

AUSZ 5: Nach 38-jähriger Pause setzen Burandt, Ruhnau und Urrigshardt das AUSZ-Projekt ab Mai 2016 als Trio fort – mit Bass, Gitarre, Schlagzeug, Perkussion, Sax, Keyboards, Didgeridoo, Kalimba und was sonst noch Töne hervorbringt. Zunächst als virtuelles, multimediales, interdisziplinäres künstlerisches Statement, dann – erstmals am 16. und 17. September 2016 –  real im Studio, Ohr an Ohr.  Statt des abstrakten Musizierens an verschiedenen Orten, statt des melodisch-rhythmischen Auslotens ohne einander zu hören und zu sehen, ohne sich überhaupt nahe zu sein, findet das AUSZ-Ensemble zu Aufnahmen im Glottertalstudio zusammen. Drei Musiker, die auch dort intuitiv, spontan, autark und frei miteinander kommunizieren. Doch der musikalische Austausch ist nun konkret, direkt, er lebt vom gemeinsamen Moment und der Möglichkeit kreativ zu reagieren. Auf Ideen, Töne, Rhythmen, Melodien. Ein neues Erleben, ein neues AUSZ-Leben, bei dem Stücke wie „ÜberGlück“, „Terraausz“ und „Ballade de la Transe“ entstehen. Alles zu hören unter AUSZ-Töne.

K.B.